Unsere Kirchen und ihre Geschichte

St. Nikolaus Neuerburg

     

Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist ziemlich exakt geostet

und passt sich der Gestalt des Höhenrückens an.

Mit ihrem separat gestellten Turm und dem Chor wendet

sich die Kirche der tiefer liegenden Stadt zu:

Die Ursprünge der Kirchengründung liegen im dunkeln. Laut Ferdinand Pauly kann man jedoch von einer Gründung im 11. Jahrhundert ausgehen. Eine gesichterte Existenz der Kirche geht aus einer Urkunde des Jahres 1327, betreffend der Annahme eines Burgmannen durch Friedrich von Neuerburg, hervor. In einer Urkunde des Jahres 1341 wird von einer Synode berichtet, die in der Kirche stattfand. In einer weiteren Urkunde aus dem Jahr 1379 wird ein Rektor der Pfarrkirche genannt.

Nach einer Aufzeichnung von Dechant Zimmer ist auf dem Schlussstein des Chorgewölbes die Jahreszahl 1492 angezeigt, weshalb der Baubeginn der heutigen Kirche mit diesem Jahr angenommen wird. Möglicherweise handelt es sich dabei aber jedoch aufgrund der Fundstelle um das Jahr der Fertigstellung des Chorgewölbes, so dass der Baubeginn noch einige Jahre früher angenommen werden kann. Der Schlussstein trägt die Wappen des Grafen Dietrich IV von Manderscheid-Virneburg-Neuerburg.

Nach der Fertigstellung des Chores blieb der Bau jedoch offensichtlich liegen oder kam nur sehr schleppend voran, denn im Jahr 1558 machen die Kirchspielleute eine Eingabe um Gewährung einer Umlage zum Neubau. Da die Herrschafft zum Bau verpflichtet war, wurde die Kirche wohl unter Dietrich V, Graf zu Manderscheid-Virneburg-Neuerburg, dessen Wappen sich im Schlussstein bei der dem Chor zunächst stehenden Säule befindet, vollendet. Bei der Visitation des Jahres 1570 sind dann 7 Altäre vorhanden, und der im Jahre 1593 genannte Turm stand wie heute frei auf der Südseite des Chores und diente zugleich mit seiner Durchfahrt als Torturm zum ersten Burgbering. Im Jahre 1818 brannte er bei dem Stadtbrand mit ab, jedoch wurde der neue Turm 1829 an derselben Stelle ähnlich der alten Form mit Steinen aus der Burgruine wieder errichtet.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert erwies sich die Kirche für den wachsenden Ort als zu klein. 1913 wurde sie deshalb durch den Architekten Julius Wirtz nach Westen hin um ein Joch verlängert.

Vom ersten Bau aus der Zeit vor 1341 stammen vermutlich ein kleines Tympanon mit einer Kreuzigungsszene darin und ein kleines Bogenfeld mit einem Wappen, beide im Südportal der Kirche verwendet. Den Schrägbalken im Wappen führte Friedrich von Brandenburg, der (1302—1332) als Herr von der Neuerburg vorkommt, und von ihm ist wahrscheinlich der Schrägbalken über dem Schildchen im Schild in das Stadtwappen aufgenommen.

Bei der im späten 15. Jh. begonnenen Kirche handelt es sich um eine regelmäßige zweischiffige Hallenkirche im spätgotischen Stil mit freistehendem Turm neben dem Chor. Das Schiff hat eine Breite von 12,10 m und ist nach der Verlängerung 25,30 m lang, der Chor ist 7,75 m breit und 12,70 m tief. Der mittelalterliche Architekt hat der hohen und freien Lage Rechnung ge­tragen und das Hausteinwerk des sonst in geputztem Bruchstein ausgeführten Baues in großem Maßstab gehalten. Der schlichte und einfache, für die Fernsicht berechnete Eindruck der Kirche ist durch die Verlängerung nach Westen um ein Joch wenig verändert. Die spitzbogigen, dreiteiligen Maßwerkfenster richten sich in ihrer Höhe nach dem Kaffgesims, das sich mit der Sohlbankschräge vereinigt und über die starken, hoch hinaufgezogenen Strebepfeiler in Haustein hinweggeht. Die Strebepfeiler sind zweimal getreppt auf hohem Sockel und mit Hausteinschräge abgedeckt. Das Dach des Schiffes trägt an der Übergangsstelle vom Chor zum Schiff einen Dachreiter.

Das geräumige Schiff zeigt ein reiches Sterngewölbe, das sich in gleicher Höhe über das Chorhaus fortsetzt, wo es fast horizontal liegt. Zu den Seiten setzt es sich auf 12 Wandsäulen, deren Konsolen von Figuren der Apostel getragen werden. Im Schiff senkt sich das Gewölbe in der Mitte über den drei (früher zwei) schlanken achteckigen Pfeilern trichterförmig mit seinen steilen Hohlkehlrippen. Die Gewölbe-Schlusssteine sind meist mit Wappen und zum Teil auch mit Figürlichen Reliefs verziert.

Der Baukörper ist außen wie innen einheitlich weiß getüncht, einzig die Fensterwände, Maßwerke, Gesimse, Gewölberippen und Pfeiler sind in gotisch rot gefasst und mit weißen Fugenstrichen versehen. Bei der letzten Restaurierung der Kirche (1976 -1984) wurden im Innenraum ursprüngliche Decken-Malereien in Form von Blumen- und Rankenmusertern wieder freigelgt und restauriert bzw. ergänzt.

Von der alten Ausstattung der Kirche sind nur wenige aber interessante Teile erhalten. Noch aus der Erbauungszeit der Kirche stammt der steinerne Wandtabernakel, auf der Nordseite des Chores in der Wand eingelassen. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt wohl auch der Taufstein. Aus der Zeit um 1500 stammt die spätgotische Holzfigur eines thronenden hl. Nikolaus, welche sich heute an der linken Ostwand des Schiffes über dem Taufstein befindet.

Von einem Seitenaltar des frühen 17. Jh. sind zwei mit Gemälden geschmückte Flügel erhalten, die heute  mit vorhandenen Figuren zu einem neuen Flügelaltar zusammengefügt wurden. Im Mittelteil des neuen Schreines steht eine neugotische Mondsichel-Madonna, links stehen die Skulpturen der hll. Apollonia und Antonius von Padua, rechts die der hll. Donatus von Münstereifel (17. Jh.) und Agatha. Eine weitere Holzfigur des 17. Jahrhunderts finden wir im hl. Rochus, die sich zusammen mit Figuren des hl. Nikolaus und des hl. Bernhard über dem Nordportal befindet. Zu den wertvolleren Figuren des 18. Jahrhunderts zählt die eins hl. Josef mit Jesuskind und Lilie, die zusammen mit Skulpturen des hl. Quintinus und der hl. Katharina von Alexandrien über dem Südportal aufgestellt ist.

Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert sind noch die Kanzel, die nach Aussage aus der Jesuitenkirche in Luxemburg stammt und der Beichtstuhl. Ebenfalls noch zu erwähnen ist die holzgeschnitzte Figurengruppe der Heiligen Familie, Jesus, Maria und Joseph, die sich an der vordersten Säule befindet. Obwohl sie aus dem 19. Jahrhundert stammt, paßt sie stilistisch sehr gut zu der restlichen Ausstattung der Kirche.

Zu den Erneuerungen des 20. Jahrhunderts gehört der 1982 anläßlich der liturgischen Umgestaltung der Kirche errichtete Volksaltar. Im Zusammenhang mit der Restaurierung aus dieser Zeit mußte auch eine neue Verglasung der Fenster angeschafft werden. Außerdem wurde das Südportal mit einem Windfang versehen, in welchen, wie oben schon gesagt, das Tympanon aus der alten Kirche wieder einen sinnvollen Platz gefunden hat.

Bereits 1667 war in der Neuerburger Kirche eine Orgel installiert. Das Instrument wurde unter finanzieller Beteiligung der Rosenkranzbruderschaft angeschafft. Sie wurde jedoch schon 1784 durch eine neue Orgel ersetzt, und ein Jahr später bilden die Neuerburger Bruderschaften eine Zweckgemeinschaft, um einen Organisten zu unterhalten. Die Barockorgel ist leider verloren. Sie wurde 1923 durch ein neues Werk ersetzt, welches bis zur Renovierung der Kirche 1978 über dem nördlichen Portal auf einer eigenen Empore stand, also auf Holzstützen unmittelbar vor der eigentlichen Empore. 1980 wurde diese Orgel abgebrochen und durch eine neue ersetzt. Das Hauptwerk und Pedale stehen auf der Empore, während das Rückpositiv in der Mitte der Emporenbrüstung vor dem Mittelpfeiler hängt.

Die Glocken der Pfarrkirche St. Nikolaus:

Marienglocke

Vor dem großen Stadtbrand 1818, bei dem auch der Glockenturm abbrannte, beherbergte dieser offensichtlich nur zwei Glocken, denn es heißt, dass aus dem Material der geschmolzenen und abgestürzten zwei Glocken wieder zwei neue Glocken gegossen wurden. Eine dieser Glocken wird wohl die noch vorhandene Christus-Glocke aus dem Jahr 1823 sein. Die zweite teilte wohl das Schicksal vieler Kirchenglocken, die im 2. Weltkrieg für die Produktion von Waffen eingezogen wurden. 1951 hat der Bochumer Glockenverein drei neue Stahlglocken geliefert: die Rochusglocke, die Nikolausglocke und die Marienglocke. Die Belastung durch die vier Glocken zeigten Anfang der 70er Jahre tiefe Risse im Mauerwerk des Turmes, weshalb die Marienglocke mit dem Gewicht von 1250 kg im Jahre 1977 ausgebaut und durch eine kleinere Bronzeglocke mit der gleichen Inschrift ersetzt wurde. Der Glockenturm der Pfarrkirche St. Nikolaus beherbergt heute also vier Glocken, in der Größe aufsteigend:

  • die Rochusglocke (B-Glocke) mit der Inschrift: "St. Roche intercede pro nobis" (Hl. Rochis, bitte für uns) aus dem Jahr 1951 mit einem Durchmesser von 670 mm und einem Gewicht von ca. 500 kg
  • die Christusglocke (G-Glocke) aus dem Jahr 1823 (Die Inschrift war für mich wegen der erschwerten Zugängikeit nicht lesbar, da die Glocke mit der Rochus-Glocke oben im Stuhl hängt) mit einem Durchmesser von 920 mm und einem Gewicht von ca. 670 kg
  • die Nikolausglocke (F-Glocke) mit der Inschrift: "St. Nicolae custode familiam tibi comissam" (Hl. Nikolaus, beware die dir anvertraute Pfarrfamilie) aus dem Jarh 1951 mit einem Durchmesser von 1260 mm und einem Gewicht von ca. 1000 kg
  • die Marienglocke (D-Glocke) - auch "Totenglocke" genannt - mit der Inschrift: "Regina in coelum assumpta, ora pro nobis" (Königin in den Himmel aufgenommen, bitte für uns) aus dem Jahr 1977 mit einem Durchmesser von 1390 mm und einem Gewicht von ca. 1100 kg

Im Dachreiter der Kirche befindet sich das so genannte "Rosenkranz-Glöckchen" aus dem Jahr 1708 mit der Inschrift: "Heilige Maria bitte für uns"

Läuteordnung:

Die Turmuhr ist mit einem Schlagwerk verbunden. Die Viertelstunden werden entsprechend mit 1 bis 4 Schlägen auf die Christusglocke geschlagen, während die Stundenschläge entsprechend der Stunde mit 1 bis 12 Schlägen auf die Marienglocke geschlagen werden. Das Schlagwerk ist zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr stummgeschaltet.

 

Rochus

Christus

Nikolaus

Maria

Einleiten des Angelusläuten 3 Sequenzen á 3 Schläge
um 7.30 Uhr, 12.00 Uhr, 20.00 Uhr

 

 

x

 

Angelusgeläut kurz nach dem Einleiten
3 Minuten

x

 

 

 

Tod eines Pfarreiangehörigen
männlicher Verstorbener 3 Sequenzen á 10 Schläge
weiblicher Verstorbener 2 Sequenzen á 10 Schläge
anschießendes Totengeläut für 5 Minuten

 

 

 

x

Einläuten der Sonn- und Feiertage am Vortag 16.00 Uhr
5 Minuten

x

x

x

x

Jahreswechsel 24.00 Uhr
10 Minuten

x

x

x

x

Gottesdienste

 

 

 

 

Vorläuten 30 Minuten vor Beginn für 5 Minuten

x

 

 

 

Hl. Messe
Hauptläuten 15 Min. vor Beginn für 10 Minuten

 

x

x

 

Hochamt
Hauptläuten 15 Min. vor Beginn für 10 Minuten

x

x

x

x

Andacht
Hauptläuten 15 Min. vor Beginn für 5 Minuten

 

x

x

 

Wandlung
2 Sequenzen á 3 Schläge

 

 

x

 

Gedächtnisläuten nach dem Sterbeamt

 

 

 

x

 

 

 

St. Matthias Altscheid

 

Der Name "Altscheid" kommt "Villa Altasa". Erste Teile der Kirche entstanden im 11./12. Jahrhundert. Seit 1760 besteht die Kirche in ihrer jetzigen Form.
Mit ca. 90 Einwohnern zählt Altscheid zu den kleinsten Pfarreien des Bistums. 1987 trennte man Echtershausen von der Pfarrei Altscheid, da keine (zumindest keine für Autos gut befahrbare) Straße von Echtershausen nach Altscheid führt. Seit 2001 gehört Altscheid zu der Pfarreiengemeinschaft Mettendorf. Schutzpatron ist St. Matthias. Der zweite Schutzpartron ist der heilige Donatus, dem zu Ehren findet einmal jährlich im Juni eine Donatus-Prozession von Biersdorf nach Altscheid statt.
Altscheid ist eine der wenigen Pfarrgemeinden, in der noch morgens und abends mittels Seil von Hand die Glocke geläutet wird.

Veranstaltungen im Laufe des Jahres:

Sternsinger
Klapperkinder
Osterfrühstück (Im Wechsel mit Weidigen)
Bittprozession von Weidingen nach Altscheid an Christi Himmelfahrt
Adventkaffee für Senioren
gelegentliche Familiengottesdienste

 

 

 

St. Margareta Mettendorf

Laut Grundstein: 1477 eine neue Kirche erbaut.
Spätgotische Landkirche mit zwei Schiffen
Haupteingang ins Innere führte durch einen viel älteren romanischen Turm. Da 1944/45 alles zerstört wurde lässt sich nicht mehr ermitteln, ob damals ein Umbau mit Vergrößerung stattgefunden hat, da nichts mehr übrig blieb. Im Jahre 1782 wurden die letzten Reste der zum Fronhof gehörigen Kapelle, die nichts mit der Pfarrkirche zu tun hatte abgerissen.

Der damalige Weihbischof übertrug das Patrozinnium der Kapelle auf die Pfarrkirche und zwar mit Dekret vom 25.10.1782 erhob er die Hl. Margareta zur Hauptkirchenpatronnin. Genau um dieses Datum feiern wir deshalb auch unsere jährliche Kirmes mit großem Rummelplatz und Festzelt auf dem Dorfplatz.

1895 wurde die Kirche umgebaut und erweitert. Ein neugotischer Chorteil wurde nach vorn angebaut. Dieser Neubau wurde dreischiffig, die Mittelsäulen wurden entfernt. Dieser neue Chorteil wurde nach einer gründlichen Renovierung bei dem „provisorischen Neubau“ 1947 alter Teil der neuen Kirche.

Aber bereits Ende der Sechziger Jahre zeigte dieser Bau so viele Risse und Zersetzungen im Mauerwerk, dass ein Neubau unumgänglich war.

1969/1970 entstand lt. Planungen des Architekten Böhr in Zusammenarbeit mit unserem ehemaligen Pfarrer Franz-Werner Schaaf den wir leider beerdigen mussten ein ganz neues Konzept. Die ganze Kirche wurde dreischiffig. So wie sie ja heute noch ist. Leider zeigten sich die Spannungen zwischen den neuen und den alten Teilen der Kirche als so groß, dass bald Risse entstanden, die 1993 eine Renovierung mit neuem Anstrich unumgänglich machten. Alle Gewölbe wurden durch Einspritzen einer Betonschicht gefestigt. Man verbesserte auch die Beschallung und Beleuchtung. Durch Unterstützung des Bistums und Spenden konnte dies alles geschehen. Durch Eigenarbeit von vielen freiwilligen konnten die Bänke ebenfalls in einen guten Zustand versetzt werden. 2001 wurde im Hauptschiff durch Auseinanderrücken der Bänke ein freier Gang mit Blick auf den Zelebrationsaltar geschaffen. Alle Arbeiten sind hervorragend gelungen.

Auf dem Kirchenvorplatz befindet sich das Maximilian-Kolbe-Denkmal, mit Brunnen und Sonnenuhr und Glocke aus dem Jahre 1520.

Wir stehen hier vor der Hinweistafel für unsere Jakobspilger, die fast täglich in Mettendorf zu sehen sind und zum größten Teil auch hier übernachten.

zum PGR gehören:

In der Sitzung vom 17. November 2011 hat sich der Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Margareta Mettendorf wie folgt konstituiert:

1. Vorsitzender           Spoden Rolf, Niehl
stellv. Vorsitzender     Weires Alois, Mettendorf
  
    weitere Mitglieder       Bretz Annemie, Mettendorf
                                Ludwig Anneliese, Mettendorf
                                Ludwig Regina, Sinspelt
                                Thielen Gerlinde, Mettendorf

 

 

 

 

St. ISIDOR Ammeldingen

Die Pfarrei St. Isidor Ammeldingen besteht aus den 4 Ortsgemeinden Ammeldingen, Emmelbaum, Heilbach und Plascheid mit mehreren Außengehöften. Sie zählt heute etwa 550 Seelen. Der Patron der Kirche, der hl. Isidor, gehört nicht zu den bekanntesten Heiligen. Er wurde 1070 in Madrid geboren und verdingte sich schon in jungen Jahren bei einem Baron als Knecht, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Legende erzählt, dass unter seinen Händen schon bald das heruntergewirtschaftete Landgut zu neuem Glanz erblühte. Für Arme und Hilfsbedürftige hatte Isidor immer Trost und Hilfe bereit. Keiner ging von ihm, ohne Zuwendung erhalten zu haben. auch seine Frau Maria Toribia, die später auch sehr verehrt wurde, half, wann immer sie konnte.                                                           

 

 

St. Cosmas und Damian in Koxhausen mit den Filialen in Berscheid, Herbstmühle und Nasingen

Die Zwillingsbrüder Kosmas und Damian wirkten als Ärzte, behandelten die Kranken kostenlos und bekehrten dadurch viele Menschen zum Christentum. Erzählt wird, wie die beiden Ärzte, von Engeln assistiert, einem schlafenden Kranken das böse zerfressene Bein abnahmen und ihm ein gesundes anstetzten, das Damian einem gerade gestorbenen Mohren abgenommen hatte. In der Christenverfolgung unter Diokletian ließ der Präfekt Lysias die beiden an Ketten gefesselt ins Meer werfen, aber ein Engel rettete sie. Ein Feuer, in dem sie vernichtet werden sollten, verbrannte die Umstehenden und ließ sie unverletzt. An Kreuze gebunden, kehrten die auf sie abgeschossenen Pfeile zu den Schergen zurück und töteten diese. Schließlich wurden sie enthauptet. Als Attribute haben die beiden Arzneibüchsen und medizinische Geräte. Bauernregen: "St. Kosmas und St. Damian, fängt das Laub zu färben an."        

 

 

Die Pfarrei Koxhausen von Eduard Majerus (Kringen Edy),                                                               

Pfarrkirche St.Cosmas und St. Damian                                                                        

  1. Kirchenbau                                                                                                      

1.1.Lage

Die Kirche St.Cosmas und Damian befindet sich in zentraler Lage des Westeifeldorfes Koxhausen. Sie ist mit dem gegenüber der Strasse gelegenen Pfarrhaus / Pfarrheim und der südlich befindlichen früheren Schule eines der dominierenden Gebäude im Ort. Die große Freifläche in der Dorfmitte, zusätzlich umrahmt vom Friedhof, Buswartehäuschen mit Parkplatz und Feuerwehrhaus ergeben einen erfreulichen Dorfmittelpunkt.

1.2 Architektur

Der Kirchenkörper ist ein einfach geputzter Bruchsteinbau mit einer Gesamtlänge von 34,13 Meter und in seiner größten Breite 11,35 Meter. Im Osten der Kirche ist der dreifach gegliederte Turmvorbau mit der zweiflügeligen Eingangstüre. Im Westen schließt sich an die Erweiterung des Kirchenschiffes, im Satteldach niedriger angesetzter und mit abgeschrägtem Walmdach, der Chorraum und die Sakristei an. Das Licht fällt durch insgesamt 12 Rundbogenfenster in das Innere der Kirche. Jeweils drei Fenster an jeder Seite der früheren Kirche. An jeder Seite der Erweiterung befinden sich 2 Fenster und im Altarraum nochmals auf jeder Seite ein Fenster. Der 1922 an der bestehenden Kirche angebaute Turm bildet im Eingangsbereich neben der Funktion als Windfang auch ein Angebotsraum für Schriften, Opferstock für Blumenschmuck der Kirche und nicht zuletzt sind links und rechts Weihwasserkessel angebracht. Im ersten Geschoß des Turmes (zugänglich von der Empore) ist der Treppenaufgang zum dritten Geschoß. Dieses ragt mit seiner Betonbodenfläche in den Kirchenspeicher hinein. Man kann von dort in diesen durch eine Leiter gelangen. In diesem Geschoß befindet sich der aus Eichenbalken bestehende Unterbau des Glockenstuhles. Der heutige Glockenstuhl ist vor einigen Jahren um 90 Grad gedreht worden, da die Schwingungsrichtung zum Kirchenschiff schon Schäden am Gemäuer hervorgerufen hat. Der bis unter dem Glockenstuhl viereckige Turm geht in einen achteckigen, mit vier Schalllöchern versehenen Aufbau über. Diesem schließt sich eine glockenförmige Haube an, dem sich ein achteckiger kleinerer Schaft anschließt. Der Kirchturm endet oben mit einer achteckigen Pyramide aus der der Kaiserstempel herausragt als Träger des Kreuzes, der Kugel und des Wetterhahnes.

Betreten wir nun die Kirche durch eine doppelflügelige Schlagtüre. Das Schiff ist eine helle Halle mit flacher Voutendecke. Diese setzt sich auch in den beidseitigen Erweiterungen in abgesetzter Bauweise fort. Ein großer Triumphbogen bildet den festlichen Eingang zum halbrunden, gewölbten Chor. Zwölf Rundbogenfenster lassen reichlich Licht in die Kirche fallen. Sie sind an der Außenmauer mit rötlichen Sandsteinwangen eingerahmt die sich vorteilhaft vom hellen Putz der Kirche abheben. Hinter der Apsis schließt sich die Sakristei an, zugänglich durch eine Türe hinter dem Hochaltar. An der nördlichen Außenwand der Kirche ist einer kleiner Anbau, der wohl als zusätzlicher Eingang gedacht war. Dieser ist heute zugemauert. Ebenso an der Nordseite ist im Anschluss an die Erweiterung ein schmaler Anbau errichtet worden. Unter seinem Schleppdach befinden sich der Heizöltank sowie ein Abstellraum.

1.3 Baugeschichte

Koxhausen wird erstmalig urkundlich 1372 als "Cixhausen" erwähnt. Seine Entstehung liegt wahrscheinlich in der fränkisch-germanischen Zeit des 11.-13. Jahrhunderts als Rodungsdorf. Spätere Ortsnamen waren "Kochshausen", oder "Kockshausen", die aber während der Französischen Revolution in Koxhausen umgeändert wurden. Koxhausen besaß seit 1712 eine Kapelle, die den Hl.Cosmas und Damianus geweiht war. Der Ort gehörte bis 1808 zur Pfarrei Neuerburg in der Diözese Metz. Ab dem Jahre 1821 wurden die hiesigen Pfarreien der Diözese Trier zugeordnet. Ihre Toten begruben die Einwohner in Neuerburg und von dort kam auch der Frühmesser (ähnlich wie Kaplan) um die kleine Gemeinde zu betreuen. Von Bedeutung für Koxhausen war, dass es Sitz einer weit verzweigten Meierei innerhalb der Herrschaft Neuerburg war. Nach der Gründung der Pfarrei Koxhausen (1808) im Zuge der Neuordnung im Bistum Trier entbrannte ein "Kampf" zwischen Berscheid (mitunter auch Nasingen) und dem designierten Pfarrort. Berscheid besaß nicht nur eine größere Kapelle sondern auch ein Pfarrhaus in dem der Sukkursale der Mutterpfarrei Olmscheid wohnte zu der Berscheid bislang gehörte. Das Hin und Her in dieser Auseinandersetzung um den Sitz der Pfarrei dauerte nicht nur sehr lange (von 1808 bis 1841), sondern nahm auch manchmal groteske Formen an. Für kurze Zeit wurden alle Verstorbenen der gesamten Pfarrei in Berscheid begraben. Erst nach einer Visitation des Bischofs glätteten sich die Wogen. Die Koxhausener Bürger machten sich nun daran eine neue Kirche zu erbauen. Zum Baumeister wurde Herr Ney aus Bollendorf bestellt. In den Jahren 1836 bis 1839 wurde von den Koxhausenern alle Materialien geliefert, Hand- und Gespanndienste erbracht und den Arbeitern die Kost gegeben. Die Kirche habe 700 Taler an barem Geld gekostet. Um nun auch das Pfarrhaus bauen zu können, wandten sich die Verantwortlichen der Pfarrei mit einem Petitionsbrief am 14 Juni 1841 an die Königliche Hochlöbliche Regierung in Trier. Auszug des Briefes: "Zu diesem Pfarrhaus geben zwei der Unterschriebenen, nämlich Johann Elsen und Peter Kringen den Bauplatz und zudem zu dem vorhandenen Garten zu dessen Vergrößerung entsprechendes Feld nach Wunsch der betreffenden Behörden." Die gewünschte Beteiligung beim Bau des Pfarrhauses durch die anderen Pfarrdörfer stieß noch auf einige Schwierigkeiten. Dennoch konnte Pastor Heidinger am 26.10.1856 als Erster in Koxhausen residierende Pfarrer in das Pfarrhaus einziehen. Auf Grund vorgefundener alter Grabsteine und der darauf befindlichen Daten ist es sicher, dass auf dem pfarreigenen Friedhof bei der Kirche die Toten der Pfarrei (außer Berscheid) seit ca.1830 in Koxhausen beerdigt wurden. Am 26.09.1901 übernahm Pfarrer Johann Seibert die Pfarrei Koxhausen. Er baute zuerst eine Sakristei an die Kirche an. Am 22.05.1922 beschloss er mit dem Kirchenrat den Neubau einer Pfarrkirche in Angriff zu nehmen, obwohl erhebliche finanzielle Schwierigkeiten bestanden. Man muss nämlich wissen, dass schon 1920 das Pfarrhaus eine intensive Restaurierung sowie die Ökonomiegbäude "um eine ordentliche Viehhaltung zu ermöglichen" eine Instandsetzung erfahren hatten. Pfarrer Seibert ermöglichte durch seine Nebentätigkeit als Kreistagsmitglied der Pfarrei einige Geldzuschüsse zukommen zu lassen, denn 1927 wurde auch der Bau eines Jugendheimes möglich. Seine letzte Anschaffung waren neue Glocken. Als er am 16.Oktober 1931 im Krankenhaus zu Neuerburg verstarb hatte er noch kurz davor durch das Telefon den Klang des neuen Geläuts hören können. Unbedingt erwähnenswert ist die immense handwerklich-künstlerische Arbeit im Gotteshaus durch Herrn Johann Wanken vom Schiershof. Pfarrer Jakob Klein (Einführung 23.02.1932) übernahm eine schwere Schuldenlast seines Vorgängers. Nur das Notwendigste wie z.B. Außenputzerneuerung der Kirche konnte angegangen werden. Der Friedhof wurde in Ordnung gebracht und die neue Kanzel (erstellt von Joh.Wanken) wurde am 29 September 1935 eingeweiht. Die Kriegsereignisse hinterließen auch in der Pfarrei Koxhausen ihre Spuren. Am Josefstag 1942 wurden die Bronzeglocken eingezogen. Eine Glocke zu Ehren der Pfarrpatrone aus dem Jahre 1846 blieb zurück. Gott sei Dank blieben die Gebäudeschäden an der Pfarrkirche und Pfarrhaus gering. Als am 25 September 1951 Pastor Arthur Josef Johann die Pfarrei übernahm stellte sich schnell heraus, dass er auch viele handwerkliche Fähigkeiten besaß. In den ehemaligen Ökonomiegebäuden richtete er eine Schreinerei ein, aus der viele Zeugnisse seiner Schaffenskraft hervorgingen. So sind zu nennen: Umstellungen in der Kirche wie Versetzung der Kanzel an die Stelle des St. Josefaltars, Kommunionbank, Heiligenfiguren, Volks- und Hochaltar, Paramentenschrank, Sedilien, Taufbrunnen, Beichtkapelle, Missionskreuz, Ambo, Blumen- und Kerzenständer und vieles Andere mehr. Die zwei fehlenden Glocken wurden durch Stahlglocken aus dem Bochumer Werk ersetzt und einige Jahre später erhielt das Geläut einen elektrischen Antrieb. Seine Maurertätigkeit zeigten ihre Spuren beim Umstrukturieren des Friedhofes und dem Bau der Leichenhalle. Allein mit seinem treuen Helfer Bernhard Herrman aus Berscheid erneuerte er den Innen -und Außenanstrich der Kirche. Die drei Filialkapellen unterzog er einer Totalerneuerung. Im Pfarrhaus nahm er einige bauliche Veränderungen vor. Dieses wurde vermietet nachdem Pastor Johann sich ein eigenes Haus gebaut hatte. Nach dem Tode von Pfarrer Johann übernahm nach kurzer Vakanz Pastor Karl Jüliger aus Rodershausen die Pfarrei Koxhausen als Dritte seiner Pfarreien. Einer seiner ersten Anschaffungen war ein Tresor zur diebstahlsicheren Aufbewahrung der Heiligen Gefäße. Mit großem Engagement wurden der Abriss des alten Jugendheimes und der Neubau eines größeren und funktionsfähigeren Gemeinschaftshauses angegangen. Das Zusammengehen der Pfarrei mit der Zivilgemeinde Koxhausen bei diesem Neubau und Umgestaltung des gesamten Umfeldes erwies sich als günstig. Aber auch das Antreten der Erbzuwendung des Herrn Johann Weires aus Kreuzdorf ermöglichte ein allgemein als schönes, ansprechend zu bezeichnendes Zentrum. Es folgte eine notwendige Umgestaltung des Friedhofes die nach Abschluss der Dorfkanalisation einen sehr geglückten Abschluss zur Strasse mit Parkplatz fand. Ein schon lange gehegter Wunsch der Pfarrkinder auf Erneuerung des Innenanstriches der Pfarrkirche konnte Dank der Spendenfreudigkeit und der kostengünstigen Arbeiten, insbesondere durch den Malermeister Kandels aus Bitburg, der ein Sohn der Pfarrei ist, erfüllt werden. Letztendlich erhielt die Kirche auch eine Heizung mit zwei Austauschstellen. Die beiden der Pfarrei gehörenden Kapellen in Berscheid und Nasingen sind unter starker Beteiligung der Ortseinwohner in großem Umfange renoviert worden. Pastor Jüliger ging im September 2005 in den Ruhestand. In Folge der Umgestaltungsreformen des Bistums wurde nun die Pfarrei der Seelsorgeeinheit Neuerburg angeschlossen. Pfarrer Stefan Trauten aus Neurburg übernahm mit Kooperator Pater Andreas Simon aus Biesdorf die Aufgaben in der Pfarrei. Mit Kaplan Sebastian Peifer zog wieder ein Priester in unser Pfarrhaus ein. Und schon stehen neue Notwendigkeiten an: der Neubau einer Friedhofshalle und der Außenanstrich der Pfarrkirche.

2. Ausstattung

Der Hochaltar sowie der Muttergottesaltar (Barocksäulenaltäre) wurden auf Vermittlung des Pfarrers von Rommersheim, Pastor Johann Kandels, (gebürtig aus Koxhausen) durch Pfarrer Seibert in Prüm erworben. Dazu kamen noch neun Holzfiguren. Der ursprünglich dazu gehörende Josefaltar wurde von Pfarrer Johann entfernt und an dessen Standort die Kanzel versetzt. Die Altäre sind ziemlich alt und in ihrer Statik nicht mehr besonders gut. Dies zeigte sich bei der Überarbeitung durch Pastor Johann. Es führen drei Stufen zum barocken Hochaltar hinauf. Das Antependium wird von einem Christusmonogram mit umrankenden Ornamenten geziert. In der aufliegenden Altarplatte (Mensa) sind die Heiligen Reliquien eingelassen. Über einer schmalen Kerzenbank, in der Mitte unterbrochen durch den Tabernakel, erhebt sich das Retabel (Altaraufbauten). Zwei Doppelsäulen tragen das Gesims auf ihren golden gehaltenen Kapitellen. Unter dem gewölbten Träger befindet sich eine flache Muschelnische in der heute eine Herz Jesusstatue das Altarbild beherrscht. Der Tabernakel mit vergoldeten Türen sitzt auf gleicher Ebene mit dem Altartisch und schließt nach oben mit dem Thron zur Aufstellung eines Kreuzes oder bei Aussetzung zur Aufnahme des Allerheiligsten. Früher war der obere Abschluss des Altares eine mächtige Krone, getragen von einem Bildnis der Heiligen Dreifaltigkeit (Auge Gottes im Strahlendreieck). Heute zieren nur noch zwei Schneckenornamente (Voluten) das Gesims. Je nach kirchlichen Zeiten und Festen werden entsprechende Symbolstücke auf dem Gesims angebracht. Links und rechts des Retabels sind auf Seitensockel die Statuen der beiden Kirchenpatrone Cosmas und Damian aufgestellt. Links im Altarraum finden wir einen Kredenztisch mit Messdienerschemeln. Auf der rechten Seite befinden sich eine Mittelsedilie mit Rückenlehne und zwei Seitensedilien. Hinter dem Priestersitz sieht man das alte, wieder renovierte Prozessionskreuz, welches heute durch ein leichteres hölzernes Vortragekreuz abgelöst wurde. Der im gleichen Barockstil gehaltene Muttergottesaltar in der linken Erweiterung zeigt in der Mitte des Antependiums in einem verzierten Medaillon die Initialen der Jungfrau Maria. In der Muschelnische steht eine Statue der Muttergottes von Fatima. Diese wurde in Fatima hergestellt und erreichte auf dem Seewege über Antwerpen unseren Ort. An der linken Tragsäule des Altaraufbaus hängt ein silbernes Herz. In diesem sind die Namen der Familien eingetragen, die sich bei der Einsegnung der Statue der Muttergottes geweiht haben. Auf dem Kerzenständer vor dem Muttergottesaltar brennen immer Kerzen, die die Gläubigen dort opfern. Ebenso steht auf dieser Seite der von Pastor Johann gefertigte Taufbrunnen (kunstvoll aus verschiedenen Hölzer und geschnitztem Sockel), sowie in einer Mauernische ein Reliquiar in Monstranzform mit Reliquien der Pfarrpatrone. Es soll vom Ehrendomherrn Kandels gestiftet worden sein. Das Reliquiar wurde vor seiner Aufstellung mit Gold und Silber aufgebessert. Am Strebepfeiler des Triumphbogens auf der rechten Kirchenseite wurde die von Hr. Wanken gefertigte Kanzel aufgestellt. Der Schalldeckel ist von seinen Aufbauten befreit und bildet mit dem Kanzelkorb ein echtes Schmuckstück. Am rechten Strebepfeiler ist das "Ewige Licht ", heute mit elektrischer Lampe, angebracht. Vor der rechten Seitenwand steht das Kriegerdenkmal des ersten Weltkrieges, geziert mit einer Pietà. Diese ist umrahmt von einem Säulenaufbau mit reicher Blattrankenverzierung. Das Denkmal stammt von der Firma Louis Kieffer und führt die Namen der Kriegsgefallenen auf. Beidseitig des Mittelganges sind Bankreihen aufstellt, welche auch von Hr.Wanken aus massiven Eichenholz hergestellt wurden. Die Empore (Juick), im hinteren Teil der Kirche, wird von zwei hölzernen Rundsäulen getragen und hat auf der rechten Seite einen Aufgang. Auf der Empore befindet sich eine elektronische Orgel, als Nachfolgerin eines alten Harmoniums. Auf beiden Seiten sind einfache Bänke für Kirchenchor und Gläubige.

3. Heiligenfiguren

Die früher an den Innenmauern auf Wandsockel aufgestellten Heiligenfiguren sind von Pastor Johann alle durch neue Holzfiguren ausgetauscht worden. Diese wurden in einer Künstlerwerkstatt in Oberammergau angefertigt. Es sind dies der Hl. Petrus mit dem Schlüsselattribut, die Hl. Mutter Anna mit der jungen Maria, der Hl. Josef mit Schreinerwerkzeug, die Hl. Katharina mit Schwert und Rad, der Hl. Aloisius mit Lilie, der Hl. Johannes der Täufer in Fellbekleidung und Kreuzstab, sein Bildnis beim Taufbrunnen erhielt zusätzlich eine hölzerne Hintertafel mit der Inschrift "Seht das Lamm Gottes", und die Hl. Theresia vom Kinde Jesus im Karmelitinnen-Habit und Rosen. Zu erwähnen ist noch das vom Lehrer Guha (Nasingen) im Jahre 1960 gemalte Bild von Nikolaus von der Flüe, dem Pastor Johann einen Schriften- und Ornamentenrahmen gab. An der hinteren Wand der Frauenseite ist das Hochverehrte Gnadenbild der Muttergottes von der Immerwährenden Hilfe angebracht. Der Kreuzweg besteht aus im Nazarener Stil gehaltene Bilder welche von einem Holzrelief umrahmt sind. Die Stationen sollen von 1898 stammen. Während der Fastenzeit werden Symbol-Kreuzwegstationen an den vorhandenen Bildern angebracht, um die Kinderkreuzwegandachten zu gestalten.

4. Kirchenfenster

Die durch Kriegseinwirkung stark lädierten sechs Fenster im alten Kirchenraum wurden durch die Firma Kaschenbach in Trier 1952 erneuert. Sie sind schlicht farbig mit ornamentalem Schmuck gehalten. Gestiftet wurden die einzelnen Fenster von der Gemeinde Koxhausen, von der Gemeinde Schiershof-Berscheid, von der Gemeinde Nasingen-Hütten-Kreuzdorf, von der Gemeinde Gaymühle-Herbstmühle, von Hochwürden Herrn Pastor A.J.Johann und der Familie Begon-Berscheid. In der Erweiterung und im Chor sind die alten bunten Fenster mit biblischen Darstellungen erhalten. Es sind folgende Szenen zu sehen: Jesus mit den Pharisäer bei der Steuerfrage, König David in Bahurim als Schimi ihn mit Steinen bewarf, die Steinigung des Stephanus, die Freundschaft Jonathans mit David. Im Chor: die Tempelreinigung "Schaffet dieses weg", Beistand der beiden Pfarrpatrone Cosmas und Damian an einem Krankenbett. Die Liturgiereform veranlasste Pastor Johann in der Apsis einige Veränderungen vorzunehmen. Die alte Kommunionbank wurde entfernt und der Altarraum durch Verlegen von Marmorplatten zum Kircheninneren erweitert. Er fertigte einen hölzernen Volksaltar mit geschnitzter Stützkonstruktion. Im gleichen Stil erstellte er auch eine neue Kommunionbank (das Holz wurde von der Familie Antony gestiftet). Der Boden des Kirchenmittelgang und des Altarraum ist aus Terrazzo schwarz-weiß und die Seitenstreifen schwarz gehalten. Die neuen Austauschstationen der Heizung vor dem Chor und beim Aufgang zur Empore sind mit Bodenplatten eingerahmt. Unter den Bänken wurde der schlechte Holzboden durch einen Kunstbelag ersetzt.

5. Die Glocken

Von den ehemals drei bronzenen Glocken sind die zwei größten der Ablieferung während des Krieges zum Opfer gefallen. Die kleinere Glocke blieb erhalten und trägt die Aufschrift: Gegossen in Trier von J:B.N. Gaulard 1846 Cosmas et Damianus Kirchenpatron. Ihre Höhe beträgt 64 cm und der Durchmesser 68 cm. Die beiden neuen Glocken aus Stahl tragen folgende Schriften: Bochum Nr.5241 St.Maria 1954, sie ist 95 cm hoch und hat einen Durchmesser von 96,5 cm und Bochum Nr.5159 St.Josef 1954, ihre Höhe misst 83 cm und 82,5 cm Durchmesser.

6. Sakristei

In der Sakristei fällt sofort der große Eichenschrank (von Hr. Wanken gefertigt) auf. In seiner Gliederung der Fächer, sowie durch seinen reichen Schnitzschmuck dürfte er ein wertvolles Einzelstück sein. Obwohl in seinem Inneren viel Platz für die verschiedenen Gegenstände ist, hat Pastor Johann noch einen großen Paramentenschrank mit Glastüre daneben gestellt. Für die weniger oft gebrauchten Sachen ist über der Sakristei ein Speicher, der durch eine Deckenluke erreichbar ist. Mit Heiligen Gefäßen ist die Pfarrkirche gut ausgerüstet. Sie verfügt über drei Monstranzen wovon eine aus der Kapelle Berscheid stammt (in Gold und Silber reich geziert). Die kleinste Monstranz ist ein Geschenk der Pfarrhaushälterin Hildegard Hermes an Pastor Johann. Sie ging durch das Testament des Pfarrers in das Eigentum der Pfarrei über. Ebenso sind drei Kelche vorhanden, wobei wiederum einer wohl aus Berscheid stammt, da er, wie die Monstranz, dieselben Ornamentierung aufweist. Es sind zwei Ziborien mit Cuppa - wovon eine wieder die Berscheider Merkmale aufweist - und ein flaches Ziborium vorhanden. Zwei Patenen und eine Bursa, zwei Weihrauchfässer mit Schiffchen und Löffel, ein Weihwassertragekessel mit Aspergill sowie zwei Altarglocken mit jeweils sechs Schellen vervollständigen die Gerätschaften. Für die Fronleichnamprozession ist ein Baldachin vorhanden. An liturgischen Gewändern ist die Pfarrei reichlich ausgestattet, wobei einige mit sehr schönen Handstickereien versehen sind. Es mangelt ebenso nicht an der benötigten Kirchenwäsche.

7. Kirchliches Leben

Sucht man in der Vergangenheit der Pfarrei das überlieferte Kirchenleben, so stellt man fest, dass viele der früheren Gepflogenheiten heute nicht nur nicht mehr praktiziert werden, sondern teilweise schon in Vergessenheit geraten sind. Andere Glaubensbezeugungen sind entweder neu erstanden oder von der Liturgiereform anders aufgestellt. Das Patronatsfest St.Cosmas und Damian am 27. September gefeiert, wurde mit der Begründung starker Beanspruchung der Bewohner durch Erntearbeiten, auf den dritten Sonntag im Mai verlegt. Bis vor einigen Jahren war dann die Dorfkirmes mit Allem, was zu diesem Fest gehörte. Heute ist neben einem feierlichen Gottesdienst die frühere private Familienfeier sehr rückläufig. "Man sieht sich ja im Laufe des Jahres oft genug." Ältere Zeitzeugen erinnern sich an die kleinen Wallfahrten bzw. Bittgänge von Gläubigen nach Koxhausen, um bei den Heiligen Ärzten Cosmas und Damian für ihre erkrankten Familienangehörigen Hilfe zu erbitten. Ein Bittgang bei schwerer Erkrankung oder auch bei lang anhaltendem Todeskampf zu den "sieben Kreuzen" durch die Nachbarn war noch in den letzten Jahren kirchliches Brauchtum. Diese Bittgänge sind angesichts der veränderten Zeiten inzwischen ausgeklungen und wurden durch eine Bittandacht mit Rosenkranzgebet in der Kirche abgelöst. Beim Tode eines Pfarrangehörigen wird mit Glockengeläut (3-mal ein Glockenschlag "Panken" mit anschließendem Läuten, dieses wird 3-mal wiederholt) des Verstorbenen gedacht. Die Prozessionen am Markustag (25. April) sind, genauso wie die früheren Bittgänge an den Samstagen im Monat Mai nach Nasingen durch den "Massenpad", Vergangenheit. Die Prozession am St.Antoniustag (besonderes Attribut: ein Schwein) nach Herbstmühle mit anschließendem feierlichen Amt mit vielen Gläubigen aus den näheren Dörfern findet auch nicht mehr statt. Die intensive Muttergottesverehrung wurde durch Pfarrer Johann sehr stark gefördert. Eine kleinere Fatima Muttergottesstatue in einem tragbaren Glasschrein wurde bei den verschiedenen Marienfeiertagen bei den Prozessionen ins Unterdorf mitgeführt. Nach jedem Herz-Jesus-Freitag wurde am darauf folgenden Samstag ein besonderes Muttergottesamt gehalten. Ein besonderer Tag im Kirchenjahr war und ist der Fronleichnamstag. Der feierliche Zug bewegt sich durch das geschmückte Dorf zu den vier Altären. Der Weg ist gesäumt mit Fahnen und Triumphbögen. Die Messdiener tragen vorne, von Fahnen flankiert, das Prozessionskreuz. Schulkinder schließen sich an. Unter dem von Feuerwehrleuten getragenen Baldachin geht der Priester mit den Allerheiligsten. Betend und singend folgen Männer und Frauen. Der Kirchenchor und seit einigen Jahren auch der M.V.Rodershausen sorgen für den rechten Gesang. In unserer Zeit ist der Weg der Prozession gegenüber früheren Jahrzehnten erheblich gekürzt. Vor hundert Jahren wurde bis zur Abzweigung Berscheid-Herbstmühle, dann auf der Umgehung bis zum "Tanten Haus" und dann zurück zur Kirche gegangen. Nach einer Verkürzung des Weges am alten Sportplatz (Hütterstatt) vorbei ist heute eine noch kürzere Strecke gefunden worden, welche auch ins Unterdorf führt. In Erinnerungen an die früheren in größeren Zeitabständen gehaltenen Volksmissionen stellte man ein Missionskreuz auf. Das Koxhausener Kreuz befand sich zuerst im Eingangsbereich der Kirche, wechselte in den Kirchenraum und musste dann dem Bildnis des Nikolaus von der Flüe weichen. Es trägt die Jahreszahl 1954. In unseren Tagen hängt es am Giebel des Pfarrhauses. In einem Protokoll des Kirchenrates zu Koxhausen vom 6. Mai 1857 wird der Kirchenchor erstmals erwähnt. Zitat: "Der Kirchenrath beschließt, daß auf dem Zinkel nur sollten geduldet werden der Männer- und Mädchenchor und Männer und Withmänner ". Der Kirchenchor Koxhausen hat in den 150 Jahren seines Bestehens wechselhafte Zeiten erlebt. Zwischen guten gab es auch weniger gute Perioden seiner Aufgabenstellung. Es seien genannt: wechselnde Chorleiter, mal mehr- mal weniger aktive Sänger und Sängerinnen, sowie derer Qualitäten, Jahre der totalen Inaktivität und leider auch Zwist in den eigenen Reihen mit anhaltenden Folgen. Heute, im Jahre 2006, besteht der Chor aus 16 Mitgliedern (z.Z. leider ohne Dirigent) welche sich bemühen, die alten Traditionen unter Mithilfe des Organisten Reiner Simon aufrecht zu erhalten. Am 5. Juli eines jeden Jahres wird in der Pfarrei das " Ewige Gebet " gehalten. Messe, Andachten der verschiedenen Stände und Filialen, Anbetungsstunden und feierlicher Schlussgottesdienst waren bis vor einigen Jahren über den ganzen Tag verteilt. Dem allgemeinen Zeitwandel folgend erfuhr der "Bettag" auch Kürzungen. Die verschiedenen Reformen und notwendigen Umstrukturierungen in den letzten Jahrzehnten im Bistum bis hinein in die Pfarreien, erwirkten auch für die Pfarrei Koxhausen einige Einschnitte. Da jedoch die Pfarrangehörigen und die verantwortlichen Gremien weitestgehend die Veränderungen mittragen ist zu erwarten, dass unser Pfarrleben intakt bleibt. Die erst vor kurzem eingerichtete Pfarreiengemeinschaft mit Neuerburg, Ammeldingen, Karlshausen, Koxhausen und Rodershausen soll nach den zurzeit diskutierten Plänen in einen noch größeren Verbund eingehen. Wenn dem so sein wird, erhoffen wir Koxhausener Pfarrkinder eine noch erlebbare priesterliche Betreuung. Es ist, Gott sei Dank, zu erkennen, dass die heute tragende Generation in ihrer Mehrheit in unserer Pfarrei nicht Abseits des kirchlichen Lebens steht.                                                                

Das Wappen der Ortsgemeinde Koxhausen

Die Ortsgemeide Koxhausen ist laut Genehmigungsurkunde, von Regierungspräsident Schwetje unterzeichnet, zur Führung eines eigenen Wappens berechtigt. In der Wappenbeschreibung heißt es: »Schild zweimal gespalten, vorne in Silber ein schwarzer Balken, hinten in Rot ein silberner Balken, in der Mitte in Gold ein senkrecht und waagerecht getrenntes schwarzes Hochkreuz mit roter Schlange«. Den Entwurf des Wappens hat Amtsrat a.D. Hans Diedrich (Neuerburg) geschaffen. Der schwarze Balken in Silber bezieht sich auf die Herrschaft Neuerburg und der Silberbalken in Rot auf die Grafschaft Vianden. Der Ort Koxhausen gehörte der Herrschaft Neuerburg an, war Sitz einer weitverzweigten Meierei. Im Distrikt »Friedensbach - in der Ausdrucksweise der Bewohner: Fredersbaach« war die Grenze zur Grafschaft Vianden. Teile des Ortsbannes ragten über diesen Grenzstreifen hinaus und bildeten ein neutralisiertes Begegnungsland, wo territoriale Auseinandersetzungen und strittige Rechtsfälle zu Verhandlungsgesprächen führten. Die Mitte des Wappens zeigt das Symbol der Ärzte mit deutlicher Kreuzform des Stabes. Die Heiligen Cosmas und Damian, zwei wohltätige Ärzte und Wundertäter, sind die Patrone der Pfarrei.  

Die Filialkirche in Berscheid                                                                           

Die Geschichte der Dorfkapelle Berscheid (von Willi Hermes, 1987)         

Das Dörfchen Berscheid, das kaum einmal in den Schlagzeilen erscheint und ansonsten auch wenig von sich reden macht, hat mit seiner Dorfkapelle, die vor zwei Jahren durchgreifend renoviert wurde, ein Schmuckstück, das es überall vorzeigen kann. In leuchtendem Weiß prangt das schmucke Gotteshaus im Dorfmittelpunkt und gibt mit seiner schlichten Form dem Dorf sein Gepräge. Ein Blick in die Annalen verrät, dass eine Kapelle zu »Berschedt« erstmals im Jahre 1654 als Filialkapelle der Pfarrei Karlshausen bezeichnet wird. Diese Kapelle stand nach Aufzeichnungen von Johann Gregor Birnfeld außerhalb des Ortes an der Stelle, "wo jetzt noch ein dicker, hohler Lindenbaum steht", und war nach einem Dokument aus dem Jahr 1688 dem Heiligen Bernhard und Martinus geweiht. Der heutige Bau wurde nach Wackenroder („Die Kunstdenkmäler des Kreises Bitburg", Düsseldorf 1927) im Jahre 1773 (Zahl über dem Westeingang) errichtet und diente in der Zeit von 1808 bis 1836 als Pfarrkirche. Die Kapelle ist ein einfacher geputzter Bruchsteinbau mit dreiseitigem Chorabschluss, drei Achsen Fenster und einfachem, vierseitigem Dachreiter auf der Mitte des Dachfirstes. Das Innere ist gekennzeichnet durch den Chorteil mit Stichkappen gegen die fensterlose Wand und durch das Schiff mit schmalen Vorlagen, flacher Tonne und Stichkappen über den rundgeschlossenen Fenstern. Bei den jüngsten Bauarbeiten trat in der Struktur des Mauerwerks klar zutage, dass die Kapelle früher nur ein kleineres Ausmaß hatte und später um den Teil der Empore vergrößert worden ist. Dabei wurde der Grundstein mit der Zahl 1773 vermutlich in den neuen Teil übernommen und über dem Eingang angebracht. Auch diese neue Kapelle wurde an erster Stelle dem hl. Bernhard, an zweiter Stelle dem hl. Martinus geweiht. In der Nähe "op dem Härengoart" befand sich auch das Pfarrhaus, das sich jedoch bei einer Visitation 1860 in einem sehr üblen Zustand präsentierte. Aus einigen Untersuchungen geht hervor, dass sich zwischen Berscheid und Koxhausen in der Zeit von 1808 bis 1836 verschiedene Differenzen um den Sitz der Pfarrei entwickelten. Eine heitere Episode, die sich anlässlich einer Visitation des Bischofs zutrug, zeugt hiervon. Weil der hohe Würdenträger sich mit der gesamten Situation vor Ort vertraut machen wollte, wünschte er auch das Dörfchen Gaymühle anzusehen, um welches sich Berscheid und Koxhausen wegen der Pfarrzugehörigkeit stritten. Als der Ortsvorsteher dem Herrn Bischof die Lage von Gaymühle vorführte, fragte dieser: „Wie weit haben die Leutchen von Gaymühle nach Koxhausen und wie weit nach Berscheid?" Der Ortsvorsteher sagte: „Nach Koxhausen haben sie eine ganze Stunde und nach Berscheid nur eine Viertelstunde." „Und ihr habt von Berscheid nach Koxhausen 20 Minuten?" fragte der hochwürdige Herr. Als der Ortsbürgermeister dies bejahte, schlug der Bischof vor: „Dann sagt ihr den Leutchen, sie sollen über Berscheid nach Koxhausen gehen, dann gewännen sie beinahe eine halbe Stunde." Die damaligen Pastöre der Pfarrei bezeichneten sich in der Regel als »Pfarrer zu Koxhausen«, obwohl sie in Berscheid wohnten, weil Koxhausen kein Pfarrhaus hatte. An einem Grabstein an der Kapelle in Berscheid ist allerdings auch die Bezeichnung »Pfarrer zu Berscheid« zu lesen. Um hier endgültig Klarheit zu schaffen, suchten die Einwohner von Koxhausen die ganze Pfarrei zu zwingen, in Koxhausen ein Vikariehaus bauen zu helfen. Natürlich schauen die Berscheider heute (zum 150jährigen Pfarrjubiläum) mit Stolz auf die über 300 Jahre dauernde Geschichte ihrer Kapelle zurück und zeigen das Herzstück des Dorfes gerne vor.    

 Die Filialkirche in Herbstmühle St.Antoniuskapelle in Herbstmühle von Edy Majerus

Die Kapelle wurde gestiftet von Pastor Hamper, Pfarrer in Utscheid. Er stammte aus dem „Scheffenhaus“ in Herbstmühle. Die Kapelle wurde erbaut in den Jahren 1821-27. Die Einsegnung fand statt am 18.09.1829. Inschrift über der Eingangstür: Ex aere P.Hamper Pastoris in Outscheid nunc diva haeca(e)des tu in pace vere deus Übersetzung: Aus dem Vermögen (Geld) des P.Hamper Hirten (Pfarrer) in Outscheid (Steht) nun dieses göttliche Haus du, Gott, schütze (es) in Frieden. Die Kapelle steht seit 1984 unter Denkmalschutz. Bis in die 1960er-Jahre war am 17. Januar eines jeden Jahres festliches Amt zum Hl.Antonius, zu dem viele Gläubige aus der Umgebung kamen. (Messstiftung aus dem Haus Schotteler). Die Familien luden die Messbesucher vielfach zum Kaffee ein. An der Seite der Kapelle entsprang früher eine Quelle, dessen Wasser bei Augenleiden angewandt wurde. Dies im Zusammenhang mit der in Herbstmühle verehrten Hl.Walburga, die bei Augenleiden angerufen wurde. Das dem Hl.Antonius zugeteilte Attribut eines Hausschweins auf der rechten Seite des Altares, sowie der Wetterhahn auf der Kirche, wurden von Antony Stefan gefertigt. Früher stand auf dem Altar als Mittelfigur der Hl.Michael. Dessen Statue befindet sich nunmehr auf der linken Seite. Es sind 12 Sitzbänke für cirka 50 Personen vorhanden. Die Glocke der Kapelle in Herbstmühle nach Überlieferung von Pütz-Antony Hermann aus Herbstmühle Zwischen den Dörfern Herbstmühle und Biersdorf bestanden verwandtschaftliche Beziehungen, und innerhalb dieser wurde der Bedarf einer Glocke in Herbstmühle bekannt. So kam es, dass die Biersdorfer Brand Albert und Schares Jakob, angetan mit dem besten Sonntagsstaat (Frack und Zylinder) mit einer Kutsch die Glocke von Biersdorf herüber brachten. Der Überlieferung nach muss es dabei sehr lustig hergegangen sein! Auf der bronzenen Glocke sind Schriftzeichen zu erkennen: 15/29/18_ wahrscheinlich eine Registriernummer aus dem Kriege, als die Glocke eingeschmolzen werden sollten. Ø 68 vielleicht der Durchmesser 16 Deutung unklar Die Glocke besitzt heute einen elektrischen Antrieb.

 

 

 

Kreuzerhöhung Lahr

Herzlich Willkommen
In der Pfarrkirche „Kreuzerhöhung“ Lahr



Die Pfarrgemeinde besteht aus 4 Dörfern:
Lahr, Hüttingen, Nieder- und Obergeckler.
Sie gehört zur Pfarreingemeinschaft Mettendorf, Altscheid, Lahr, Utscheid und Weidungen.
Die kirchlichen Nachrichten der Pfarrei und der Pfarreiengemeinschaft werden im Pfarrbrief veröffentlicht.
Dieser wird alle 3 Wochen in jeden Haushalt kostenlos zugestellt.

Die Pfarrei hat folgende Gremien, Gruppierungen und Vereine:
 
Pfarrgemeinderat
Verwaltungsrat 
Kirchenchor
 
der Musikverein „Tell Lahr – Hüttingen“
unterstützt bei vielen kirchlichen Veranstaltungen
 
 
Veranstaltungen:
Christi Himmelfahrt (Vatertagsfest in Hüttingen)
Tellfest Lahr, wird jährlich festgelegt
Kirmes:
Hüttingen: Antoniusfest, 17. Januar
Nieder-, Obergeckler: 3. Mai oder folgender Sonntag
Lahr: 14. September oder der darauf folgende Sonntag

Wir wünschen Ihnen, dass Sie sich in unserer Pfarrei wohl fühlen und laden Sie herzlich ein:
„Reinschauen und Mitmachen.“

 

 

 

St. Jakobus der Ältere, Rodershausen mit den Filialen Gemünd und Bauler  

Der Stolz der Kirche St. Jakobus der Ältere in Rodershausen ist sicherlich die Keates-Orgel, die am 19. März 2006 eingesegnet werden konnte.                        

Zur Geschichte der Pfarrei berichtet Pfarrer i.R. Karl Jüliger:

Die Pfarrei Rodershausen liegt mit den Dörfern Rodershausen, Dauwelshausen, Waldhof-Falkenstein und Bauler auf dem Höhenrücken zwischen dem Our- und dem Gaytal in einer Höhe von 450 bis 500 m über dem Meeresspiegel, reicht aber mit den Filialen Gemünd und Keppeshausen (230 - 240 m ü. NN.) tief ins Ourtal hinab, auf der anderen Seite mit einem Teil von Gaymühle bis ins Gaytal (ca. 360 m ü. NN.). Über das Gründungsjahr unserer Dörfer ist uns nichts bekannt. Wenn die Annahme stimmt, daß Bauler wie andere Dörfer mit der Endung ... ler eine Siedlung der von Karl dem Großen ins Frankenreich umgesiedelten Sachsen ist, dürfte der Ort auf die Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert zurückgehen und wäre somit wohl der älteste Teil der Pfarrei. Die drei Dörfer mit der Namensendung ...hausen gehören wahrscheinlich zu den Rodungsdörfern, die im 11.- 13. Jahrhundert entstanden sind. Was die ersten Bestandteile dieser Namen angeht, so muß man beachten, daß bei den Ortsnamen auf ...hausen der erste Teil häufig ein Eigenname - wohl der des ersten Siedlers - war und daß sich die Namen im Laufe der Zeiten oft sehr gewandelt haben. Gemünd hat seinen Namen wohl von der nahen Mündung der Irsen in die Our und auch die Namen Waldhof-Falkenstein und Gaymühle bedürfen wohl keiner weiteren Erklärung. Leider läßt sich bei den drei zuletzt genannten Ortschaften aus dem Namen nicht auf die Entstehungszeit schließen. Bei Waldhof darf man aber annehmen, daß es gleichzeitig mit der Burg Falkenstein entstand. Rodershausen ist zuerst 1463 erwähnt als "Roittershusen" (1570 Ruterszhusen). 1505 wird es genannt "Roitershusen uff dem Kemen", wobei die Bezeichnung "uff dem Kemen" besagt, daß es an einer alten Römerstraße, an der mittelalterlichen Königsstraße von Wallendorf nach Karlshausen lag (1617). Es gehörte bis zur Französischen Revolution zur Herrschaft der Grafen von Vianden, kirchlich war es eine Filiale von Roth bei Vianden. Schon 1570 wird eine Jakobuskapelle erwähnt, 1634 hatte Rodershausen einen eigenen Kaplan. Nachdem Rodershausen 1803 Pfarrort geworden war, wurde eine neue Kirche gebaut, die das Mauerwerk einer Kapelle als Chor enthielt, die schon vor 1694 bestanden hatte. Sie konnte 1823 eingeweiht werden. Diese Kirche besaß einen Hochaltar aus dem Jahre 1736 und zwei Seitenaltäre von 1766. Leider ist nur der eine Seitenaltar erhalten geblieben, weil er 1865 einer Kanzel weichen mußte und deshalb an die Kapelle Gemünd kam. Nachdem 1898 die heutige Kirche gebaut worden war, wurde zuerst die alte Kirche auf Abbruch verkauft und dann der ganze Bereich der alten Kirche mit dem alten Pfarrhaus, sowie dem Platz, auf dem die erste Schule von Rodershausen gestanden hatte und dem alten Friedhof, auf dem seit 1869 niemand mehr beerdigt worden war, veräußert. Von dem ganzen Komplex ist nur noch das alte Pfarrhaus zu sehen. Die obengenannte erste Schule war schon vor 1867 aufgegeben worden. An ihre Stelle war der vordere Teil der sogenannten alten Schule vor der heutigen Kirche getreten, der zu Beginn dieses Jahrhunderts durch den Anbau von zwei Schulsälen erweitert wurde. Im Jahre 1966 konnte dann eine neue zweiklassige Schule eingeweiht werden, die erstmalig die Schüler der ganzen Pfarrei in sich vereinigt (unser heutiges Dorfgemeinschaftshaus). Bauler, 1574 als Bueller erwähnt, bildete mit Waldhof, einem Teil von Bivels und vier Häusern von Geichlingen die Herrschaft Falkenstein. Pfarrlich war es geteilt, die östlich der Straße gelegenen Häuser gehörten zur Pfarrei Geichlingen, die westlich gelegenen zur Pfarrei Roth. Die Kapelle wurde nach einer Inschrift über dem Portal 1768 erbaut. Von einer älteren Kapelle ist nirgendwo die Rede. Dauwelshausen, 1476 Duveltzhusen genannt (1511 Daufelthausen, 1570 Duwelshusen), gehörte zur Herrschaft Vianden und zur Pfarrei Karlshausen, bzw. mit Karlshausen zeitweilig zur Pfarrei Olmscheid. Auch Gemünd, 1501 Gemunde, 1563 Gemun und 1656 Gemind genannt gehörte zur Herrschaft Vianden. Kirchlich war es eine Filiale von Eisenbach im heutigen Luxemburg. Die Kapelle, die schon 1563 erwähnt wird, ist dem Stile nach aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Vielleicht gibt die Zahl 1545 auf der alten Glocke auch das Baujahr der Kapelle an. Eine Steinplatte im Fußboden des Chores trägt die Zahl 1683. Auf Falkenstein stand, wie die romanische Kapelle aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts zeigt, schon damals eine Burg. Urkundlich belegt ist ein Besitzer von 1176 - 1192. Die heute noch vorhandenen Burgruinen stammen von einer späteren Burg aus dem 14. Jahrhundert. Nachdem diese 1679 von den Truppen Ludwigs XIV. von Frankreich zerstört worden war, baute die französische Adelsfamilie De la Gardelle, die durch Heirat in den Besitz von Falkenstein gekommen war, die heute noch benutzte herrschaftliche Wohnung, die bis ins vorige Jahrhundert in ihrem Besitz blieb. Schon 1333 ist ein Kaplan auf Falkenstein erwähnt. Später wurde Falkenstein eine eigene Pfarrei zu der als Filiale Neydorf sowie einige Häuser in Bivels und Fouhren gehörten. Einen radikalen Umschwung brachte für unsere Gegend die Französische Revolution und die bald folgende Besetzung der Rheinlande durch französische Truppen. Die alten Herrschaften verschwanden und nach 20jähriger französischer Herrschaft kam unsere Gegend als Teil des Kreises Bitburg und damit der Rheinprovinz zu Preußen. Bei der Neueinteilung des Kreises Bitburg im Jahre 1856 kamen Rodershausen, Gemünd und Dauwelshausen zum Amte Neuerburg; Bauler, Waldhof-Falkenstein und Keppeshausen zum Amte Körperich. Durch die Neuumschreibung der Pfarreien unter Napoleon im Jahre 1803 wurde aus den vorgenannten Dörfern, die bis dahin zu fünf verschiedenen Pfarreien gehört hatten, die Pfarrei Rodershausen im damaligen Bistum Metz gegründet. 1805 -1808 war Gemünd Sitz der Pfarrei. 1817 kam die Pfarrei als Ganzes wieder zum Bistum Trier. Seit Beginn des vorigen Jahrhunderts war unserer Pfarrei das Schicksal eines Grenzgebietes beschieden, das wirtschaftlich und verkehrsmäßig vernachlässigt wurde, dem die Kriegs- und Nachkriegsjahre besondere Lasten auferlegten und dem erst die Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches den Anschluß an die Entwicklung in den übrigen Teilen unseres Vaterlandes gebracht haben. Möge die Hoffnung in Erfüllung gehen, daß sich unsere Dörfer zukünftig in Ruhe entwickeln können und daß vor allem auch das Verhältnis zu unseren Nachbarn jenseits der Grenzen nie mehr durch falschen Ehrgeiz und Verantwortungslosigkeit in der großen Politik getrübt wird.

 

 

 

Bau und die Ausstattung der Kapelle von Bauler

Nach einem Bericht von Johann Mertz aus Schneiders Haus

und des

Ackerers Johann Peter Reles aus Hermes Haus

von Karl Jüliger, Pfarrer in Rodershausen

 

 

Am südlichen Rande des Islek liegt Bauler, die größte Filiale der Pfarrei Rodershausen. Es besitzt eine Kapelle aus verputztem Bruchsteinmauerwerk mit dreiseitigem Chorschluß. Das ursprünglich vorhandene flache Tonnengewölbe aus Holz-Lehmwerk ist durch eine ebenso flachgewölbte Holzdecke ersetzt worden.

Auf dem Türsturz befindet sich folgendes Chronogramm:

sVrgere Me IVssIt satagens ConCorDIa baVIer. Anno Salutis 1768

(Chronogramm nennt man eine Inschrift, die zugleich die Jahreszahl angibt. Ließt man die großgeschriebenen Buchstaben als römische Ziffern und zählt sie zusammen, so ergibt sich die Jahreszahl 1768, die ja auch in arabischen Ziffern angegeben ist).

 

Die Kapelle ist den heiligen Quirinus und Firminus geweiht, die zusammen mit dem hl. Ferreolus eine festgefügte Dreiergruppe von Kirchenpatronen im alten Herzogtum Luxemburg und im westtrierischen Raum bilden. Statt Ferreolus kommen als dritter auch Ferrutius - der der Legende nach Gefährte des Ferreolus war - und Evergius vor. Professor Dr. Matthias Zender von der Universität Bonn vermutet, daß die Heiligenfigur, die heute den Namen Severinus trägt ursprünglich diesen dritten Heiligen dargestellt habe, was auch die Darstellung als Diakon, wie es der Legende nach der hl. Ferrutius war, erklären würde, während Severinus, der zwar Mönch und Abt war, aber weder Priester noch Bischof, sonst nie so dargestellt wird. Im nachgenannten Bericht des Pfarrers Portery ist übrigens von einer Verehrung der drei Heiligen Quirinus, Firminus und Evergius in Bauler die Rede, die bei bestimmten Krankheiten in einer neuntägigen Andacht angerufen wurden.

Der Altar der Kapelle trägt über dem Tabernakel ein großes holzgeschnitztes Reliefbild der Vierzehn Nothelfer und außer den Figuren der schon erwähnten Heiligen Quirinus, Firminus und Severinus (?) stehen neben dem Altar noch alte Figuren der hl. Irmina und der hl. Rosa sowie eine Figur des hl. Donatus, die aber erst kurz vor dem zweiten Weltkrieg bei der Firma Seelhoff in Koblenz neu angefertigt wurde, an Stelle einer alten Figur dieses Heiligen, die in der Nische über dem Eingangsportal stand und die schon 1848 total verwittert war.

Wie es zum Bau dieser Kapelle kam, hat im Jahre 1848 der damalige Pfarrer von Karlshausen, Portery, der von 1846-49 auch Rodershausen verwaltete, anscheinend in Beantwortung einer behördlichen Anfrage, berichtet. Er gibt dabei wieder, was die Befragung der alten Leute von Bauler ergeben hatte. Ich gebe diesen Bericht im folgenden fast wörtlich wieder, wobei ich mir erlaubt habe, die Rechtschreibung der heutigen anzupassen.

Über den Bau der jetzigen Kapelle in Bauler:

Herr D'Oberhausen, ein Junker oder Edelmann in Bauler (man habe ihn eines Morgens tot in einer Pfütze gefunden), ein Mann, der für sich allein gelebt habe und ein Sonderling gewesen sei, habe einige Schritte von seinem Hause, was jetzt noch Junker-Haus genannt wird, eine Kapelle bauen lassen, und habe als Herr derselben honoris causa (d. h. ehrenhalber) vom diensttuenden Geistlichen auch immer das Weihwasser gereicht bekommen. Eines Tages aber, wo er wieder die Hand ausgestreckt hätte, um dargereichtes Weihwasser zu nehmen, habe der Geistliche, der aber in einer gewissen Uneinigkeit mit diesem Junker gestanden, gesagt: "Ach was, einem wie dem andern," und habe darauf das Weihwasser im allgemeinen über das anwesende Volk aspergiert. (Soweit erzählte das mir Johann Peter Reles, Ackerer in Hermes's-Hause in Bauler). Darauf habe, so erzählte mir weiter Johann Mertz in Schneider's-Hause in Bauler der Junker ein Gebrumms und Gemauls gehabt gegen die andern in Bauler, die ihn in seiner Kapelle belästigen kämen, und habe seine Kapelle zugesperrt. Aufgebracht gegen dieses lieblose Verfahren des Junkers habe nun ein Zimmermann aus Bauler, Sebastian Dockendorf, der Großvater des noch lebenden Franz Dockendorf, die Baulerer aufgemuntert, sich selber eine Kapelle zu bauen, die sich darauf versammelt und der eine dies, der andere jenes dazu beizutragen versprochen hätten, und so rühre die Holzen-Arbeit in der jetzigen Bauler Kapelle von gesagtem Sebastian Dockendorf her, welcher ein ganz geschickter Zimmermann gewesen sei. Dieser Zimmermann habe gewohnt in dem Hause "Gewermann" oder "Linkels" unterhalb des Hauses wo sein Enkel Franz Dockendorf jetzt wohnt.

Ein Geschlecht von Oberhausen ist in Bauler tatsächlich bezeugt, 1738 wird eine Maria Barbara von Oberhausen aus Bauler als Mitinhaberin des Patronatsrechtes der Pfarrei Burg Falkenstein erwähnt. (Pauly S. 81).

Derselbe Johann Mertz erzählt auch, daß das Tabernakel der Kapelle, so habe er von den alten Leuten erzählen hören, zur Zeit des Baues, von dem damaligen Pastor von Roth aus der Kirche zu Roth den Bauleren geschenkt worden sei, "da sie dort einen neuen Altar gemacht" hätten. Ebenso sei

"die Monstranz aus der Kirche zu Roth geschenkt worden, die die Baulerer für 22 Kronen wieder hätten reparieren lassen in Vianden". Nach anderer Nachricht haben "der verstorbene Nikolaus Baatz aus Bauler und der noch lebende Nikolaus Schares aus Rodershausen sie beim verstorbenen Goldschmied Felsenhart in Vianden bestellt und gekauft von ihm (ca. 1784) für ungefähr 15 -16 Kronentaler gleich über 22-24 Taler". (Soweit Portery).

Zweifellos ist die Monstranz älter als 1784, als ursprünglich gotische Turmmonstranz wohl einige Jahrhunderte älter. Schon Portery vermutet, daß die beiden obengenannten sie entweder nach der Schenkung bei Felsenhart für die genannte Summe hätten reparieren lassen, oder daß der Goldschmied sie irgendwo alt gekauft, wieder aufgearbeitet und sie dann an die beiden verkauft habe. Vielleicht ist damals der ovale Hostienbehälter aus der Spätbarockzeit in die Monstranz eingearbeitet worden, wobei ziemlich rücksichtslos vorgegangen wurde.

Da die Monstranz in ihrem oberen Teil eine kleine Figur des hl. Petrus zeigt, muß sie aus einer Kirche stammen, die Petrus zum Patron hat. Nun hat zwar Roth an der Our heute Johannes den Täufer zum Patron, aber ihn haben die Johanniter mitgebracht, die Roth nach Auflösung des Tempelordens 1311 übernahmen. Ursprünglich war Petrus Patron, und als solcher erscheint er noch im Visitationsbericht von 1738 (Pauly S. 33). Die Herkunft der Monstranz von Roth wäre also durchaus möglich. Von Johann Mertz stammt auch folgende Angabe: "Das Vierzehnnothelferbild sei zur Zeit des Baues der jetzigen Kapelle in Bauler gemacht worden in dem Backeshausen von Willmes". Weiter sollen nach Mertz aus der alten Kapelle des Junker von Oberhausen die Figuren der Irmina und der Rosa stammen, letzteres "gehörig zu dem Kloster für den dritten Orden des hl. Dominikus."

Dieser Bericht aus dem Jahre 1848 führt auf achtzig Jahre, ja wenn man bedenkt, daß die Gewährsmänner wahrscheinlich doch die ältesten Männer von Bauler damals waren, auf zwei bis drei Jahrzehnte an die Zeit der Erbauung der Kapelle heran. Damit dürfte gesichert sein, daß ihre Angaben im großen und ganzen stimmen und auch die Frage geklärt sein, was die obengenannte Inschrift auf dem Türsturz der Kapelle meint, wenn sie sagt, die aus der Not geborene Eintracht Baulers habe diese Kapelle entstehen lassen.

Quellen: Bericht des Pfarrers Portery aus dem Pfarrarchiv;

Pauly: Siedlung und Pfarrorganisation im alten Erzbistum Trier, Das Landkapitel Mersch, Trier 1970;

Matthias Zender: Die Verehrung des hl. Quirinus in Kirche und Volk, Neuss am Rhein 1967;

Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Kreis Bitburg

 

 

St. Petrus Utscheid

 

Pfarrei Utscheid

Geschichte:

Der erste sichere Beleg für die Existenz von Utscheid stammmt aus dem Jahre 1330. Die Erwähnung in einer Steuerliste ist Beweis dafür, dass in Utscheid (damals Oizscheit) schon eine Kirche stand. 1965 wurde die von Pfarrer März (Eschfeld) in den Jahren 1922/23 ausgemalte Kirche abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Von der alten Kirche blieb lediglich der Turm erhalten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 5. September 1965. Die Arbeiten schritten schnell voran und bereits ein Jahr später konnte die erste Messe in dem neuen Gotteshaus gefeiert werden. Die Restarbeiten wurden in den folgenden Jahren ausgeführt. Der Hochaltar und die Seitenaltäre wurden nach ihrer Restaurierung (1971-1972) wieder aufgestellt. Mitte der 80er Jahre fanden der alte Kreuzweg und der Taufstein wieder Platz in der Kirche. Links neben dem Eingang befindet sich das Grab von Dechant Georg Mohr, der 1981 im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Er war 52 Jahre, von 1919 bis 1971, Pfarrer in Utscheid.

Die Pfarrei besitzt drei Glocken, die an Christi Himmelfahrt 1952 geweiht worden sind. Sie sind gestimmt auf die Töne a, fis und h.

Namenspatron der Pfarrei ist der hl. Petrus. Kirmes feiert die Pfarrei am Sonntag nach „Peter und Paul“.

Altäre

Bild: Hochaltar der Kirche, heute Sakramentsaltar aus dem Jahr 1748

Bild: Marienaltar, stammt ebenfalls aus dem Jahr 1748

Bild: Celsus-Altar, ein Steinaltar aus dem Jahr 1729

Pfarrhaus

Wie uns das Epigramm über der Eingangstür verrät, wurde das Pfarrhaus im Jahre 1767 erbaut. Es wird z.Z. von dem Ruhestandsgeistlichen Pastor Werner Aßmann bewohnt. Das Erdgeschoss wirdc z. T. pfarrlich genutzt.

Filialen

Niederraden

Die Grundsteinlegung der Marienkapelle fand im Jahre 1935 statt und die Einweihung ein Jahr später. Sie ersetzte die am Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Kapelle, die am Fuße des Felsens stand. 1986 feierte die Ortsgemeinde Niederraden das 50jährige Bestehen der Kapelle im Rahmen eines Kapellenfestes. Aus diesem Anlass wurde eine Festschrift unter dem Titel „50 Jahre Marienkapelle Niederraden“ herausgegeben.

Oberraden

Am 2. Januar 1945 wurden in Oberraden die Kapelle und der gegenüberliegende Bauernhof beim einem Bombenangriff zerstört. Dabei fanden neun Menschen den Tod. Im Jahre 1950 begann die Gemeinde mit einem Neubau. Noch im selben Jahr feierte die Dorfgemeinschaft die Einweihung des neuen Gotteshauses. Die Kapelle ist dem hl. Donatus geweiht.

Fischbach

In Fischbach bestand bis zum 1. Weltkrieg eine alte Wegkapelle aus dem 17. Jahrhundert. Erste Pläne, die im Verfall begriffene Kapelle neu aufzubauen, stammen aus dem Jahr 1914. Umgesetzt wurde das Vorhaben aber erst 1926/27. Die Grundsteinlegung war am 6. Juni 1926, die Einweihung am 2. Oktober 1927. Die Kapelle ist vor allem wegen ihrer Ausstattung ein Kleinod unter den Kapellen der Westeifel. Wer mehr erfahren will, kann sich mit Hilfe zahlreicher Veröffentlichung informieren. Die letzte Veröffentlichung stammt aus dem Jahre 1998. Anlässlich des 70jährigen Jubiläums wurde damals, wenn auch mit einem Jahr Verspätung, eine Festschrift herausgegeben mit dem Titel „70 Jahre Carl-Borromäus-Kapelle in Fischbach 1927-1997“. Die Schrift beinhaltet die Festansprache von Professor Dr. Johannes Nosbüsch, gehalten anlässlich des Pfarrfestes der Pfarrei Utscheid im Festgottesdienst in der Pfarrkirche am 13. September 1998.

Pfarrgremien
Utscheid ist eine der Gemeinden, die einen Kirchengemeinderat hat.

Feste, Aktionen im Jahresablauf

Sternsingeraktion;
am ersten Wochenende in der Fastenzeit: Hüttenbrennen;
an den drei Abenden vor Christi Himmelfahrt: Bittprozessionen
freitags nach Fronleichnam: Wallfahrt nach Weidingen;
am Sonntag nach dem 29. Juni (Peter u. Paul): Kirmes;
am Samstag/Sonntag nach dem 15. September (Mariä Schmerzen): Wallfahrt nach Klausen
am letzten Sonntag im September: Seniorentag


 

St. Marien Weidingen

 

Zur Pfarrgemeinde Weidingen gehören die Ortsgemeinde Weidingen und die Neumühle.
Weidingen zählt etwa 205 Einwohner und liegt im unteren Teil des ?Islek? in der Verbandsgemeinde Neuerburg auf etwa 450 m/ü.NN..
Die Gemeinde liegt in der Nähe zur Luxemburger Grenze, ca. 10 km nord-östlich von Mettendorf.

Festbestehende Wallfahrten nach Weidingen in Laufe eines Jahres:

  • Pfarreiengemeinschaft Waxweiler
  • Pfarreiengemeinschaft Bettingen
  • Pfarrgemeinde Ringhuscheid
  • Pfarrgemeinde Schwirzheim
  • Pfarrgemeinde Utscheid
  • Pfarrgemeinde Bleialf

    Feste/Aktivitäten unserer Pfarrgemeinde:
  • März/April - an den letzten 4 Fastensamstagen (nachmittags) ist Wallfahrt mit Messe, Lichterprozession und anschließendem Pilgerkaffee
    Zum Plakat der Wallfahrt
  • Juli - Sonntags nach dem 16. Juli Patronatsfest – Maria vom Berge Camel Messe mit Sakramentsprozession
    (Bild – Prozession ?)
  • September - 3. Sonntag im September (20.09.2009) Franziskusfest (Pfarrfest) mit Tiersegnung 
  • Dezember - 3. Adventssamstag- Weihnachtsmarkt Erlös des Glühweinstandes ist für die Renovierung der Kirche bestimmt

    Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Weidingen in ihrer Geschichte

    An der Stelle vom Turm stand etwa bis zum Jahre 730 ein Tempel der Göttin Frena. Der heilige Willibrord, der von Echternach aus die Christianisierung bewerkstelligte, wandelte den genannten Tempel in ein katholisches Gotteshaus um, welches im Laufe der Jahrhunderte zerfiel, sodass das Muttergottesbild schließlich einsam und verlassen in einem Weidenstrauch stand. Daher entstand der Name ?Weidig? oder ?Widen? oder wie es heute heißt ?Weidingen?.

    Um die Wende 1205/06 erbaute Graf Friedbald von Hamm, der durch die Fürsprache der schmerzhaften Mutter aus türkischer Gefangenschaft befreit wurde, eine etwa 25 Ellen lange und 10 Ellen breite Kirche. Schon bald erwies sich die Kirche, die im Jahre 1247 Pfarrkirche wurde und im Jahre 1254 zum ersten Mal bischöflich revidiert worden ist, als viel zu klein, da täglich mehr Pilger kamen.

    Im Jahre 1396 wurde dann die erste Kirche um ein Joch verlängert. Hieraus entstand der heute als ?Alte Kirche? bekannte Teil, den Fremde oft als Seitenschiff ansehen. In ihr steht ein alter, kostbarer Barocksteinaltar mit Heiligenfiguren. Diese alte Kirche zeigte sich aber für die Wallfahrtstage, die auf Grund der Stiftung des Grafen von Printhagen und seiner Gemahlin von Lieberscheid an einundfünfzig Samstagen, mit Ausnahme des Karsamstages stattfanden, wieder als viel zu klein. An den Hauptwallfahrtstagen der Fastenzeit und an den sogenannten Kirmestagen mussten die meisten Pilger draußen stehen. Die Kirchenakten weisen aus, dass an solchen Tagen bis zu 24 Priester hier im Beichtstuhl aushelfen mussten.

    Um Raum zu schaffen, brach man im Jahre 1500 die rechte Wand der alten Kirche durch, um eine größere, dritte Kirche zu bauen. Zweimal wurde diese neue Kirche vom Blitz zerstört, desgleichen der Turm. Zum drittenmal wurde die große Kirche aufgebaut im Jahre 1771, der Turm im Jahre 1783.

    Der neue Hochaltar und die zwei Seitenaltäre wurden von der Kunstanstalt Eberhard Hennes in Neuerburg in Jahre 1780 geliefert. Er ist ganz aus Holz geschnitzt. Auf beiden Seiten des Hochaltares ist das Chorgestühl eingebaut, welches die Grafen von Hamm gestiftet haben. Die Verbindung des Chorgestühls bildet die geschweifte, hölzerne Kommunionbank. Auf der Epistelseite steht der hölzerne Dreikönigsaltar mit einem alten, sehr kostbaren Ölgemälde, das die Anbetung der 3 Waisen darstellt. Über dem Bild ist ein Holzrelief, dass den heiligen Bischof Nikolaus mit 3 Kindern darstellt. Auf der anderen Seite steht heute im selben Bau wie der Dreikönigsaltar, ein Marienaltar. Über diesem Bild stellt ein Holzrelief den heiligen Willibrord dar, weil er mit der Geschichte der ersten Kirche so eng verwachsen ist. Vor dem Marienseitenaltar führt uns der Blick auf das alte kostbare gotische Missionskreuz. Sein genaues Alter ist nicht mehr festzustellen.
    br> Diesem Kreuz gegenüber steht die Kanzel, sie ist im Hochbarock. In Büstenfiguren trägt sie die vier heiligen Evangelisten. Sie stammt aus dem Jahre 1750. Sämtliche Kirchenfenster stammen aus dem Jahre 1778.

    Die hölzerne Empore stammt aus dem Jahre 1776. Die beiden steinernen Weihwasserkessel, die am Portal angebracht sind, datieren aus dem Jahre 1773. Die Orgel, die auf der Empore steht, stammt in ihrem Grundwerk aus dem Jahre 1770. Sie wurde später pneumatisch umgebaut.

    Wenn wir die Kirche verlassen wollen, so kommen wir durch das sogenannte Höfchen. Es ist im Jahre 1776 angebaut worden. Es ist heute geschmückt mit dem sogenannten ?Sachsendenkmal?. Dieser Pastor Sachsen, der von 1775 bis 1799 in Weidingen pastorierte, stammt aus Burg, bei Mettendorf. Er ist der Erbauer und Renovierer der neuen Kirche. In der Mitte seines Grabmahls wurde ein altes, aus dem Jahre 1500 stammendes, Relief der schmerzhaften Gottesmutter eingesetzt.

    In den Jahren 1980/81 wurde der Turm komplett renoviert, sowie ein neuer Innen- und Außenanstrich angebracht.

    Weitere umfangreiche Renovierungsarbeiten, wie Erneuerung der Bedachung, Trockenlegung, Einbau einer neuen Heizungsanlage und unfangreiche Arbeiten an der Außenanlage wurden während der letzten 10 Jahre durchgeführt.

    Ab 2005 wiederum waren größere Renovierungsmaßnahmen am laufen. Ein komplett neuer Innenanstrich, Freilegung erhaltener Malereien, hauptsächlich am Kirchgewölbe. Überarbeiten de Holzbänke, Erneuerung der Beleuchtung. Eine unfangreiche Restaurierung der historischen Orgel. Zur Zeit findet die Renovierung des Hochaltares statt. Weitere Bauabschnitte sind vorgesehen. 
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